Cannabis gegen Schmerzen: Welche Sorten helfen am besten? | CannaVergleich
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Cannabis gegen Schmerzen: Welche Sorten helfen am besten?

Cannabis gegen Schmerzen: Welche Sorten helfen am besten?

Chronische Schmerzen sind — neben Schlafproblemen — der häufigste Grund, warum Ärzte in Deutschland Cannabis verschreiben. Aber welche Sorten, Darreichungsformen und Dosierungen helfen wirklich?

Wie Cannabis Schmerzen lindert

Cannabis wirkt über das Endocannabinoid-System (ECS), das an der Schmerzverarbeitung beteiligt ist. Das ECS besteht aus Rezeptoren (CB1, CB2), körpereigenen Cannabinoiden (Anandamid, 2-AG) und Enzymen, die diese abbauen.

Die Wirkmechanismen

  • THC bindet an CB1-Rezeptoren im Gehirn und Rückenmark → reduziert die Schmerzwahrnehmung
  • CBD wirkt über CB2-Rezeptoren und andere Signalwege → entzuendungshemmend und neuroprotektiv
  • Caryophyllen (Terpen) hat eigene schmerzlindernde Eigenschaften über CB2 (→ Entourage-Effekt)
Das Besondere an Cannabis: Es lindert Schmerzen auf mehreren Ebenen gleichzeitig — reduziert die Schmerzsignale, die emotionale Belastung durch Schmerz, die Muskelverspannung und die Entzuendung. Klassische Schmerzmittel wirken meist nur auf einem dieser Wege.

Chronische vs. akute Schmerzen: Verschiedene Ansaetze

ChronischAkut
BeispieleRücken, Neuropathie, FibromyalgieMigraene, Kraempfe, Durchbruchschmerz
DarreichungsformÖle/Extrakte + Blueten bei SpitzenVaporizer für schnelle Wirkung
THC-Gehalt15-22%20%+
THC:CBD1:1 bis 3:1THC-dominant
TerpeneMyrcen, CaryophyllenCaryophyllen, Pinen

Die besten Sorten bei Schmerzen

Studien und Patientenberichte zeigen: Sorten mit einem THC:CBD-Verhältnis von 1:1 bis 3:1 sind bei Schmerzen besonders wirksam. Das Terpen Beta-Caryophyllen (pfeffrig-wuerzig) hat eigene schmerzlindernde Eigenschaften über den CB2-Rezeptor.

So findest du die richtige Sorte

  1. Im CannaVergleich nach "Schmerzen" filtern
  2. Kombiniere mit dem Terpene-Filter (Caryophyllen)
  3. Starte mit moderatem THC (→ Dosierungs-Guide)
  4. Fuehre ein Schmerztagebuch (Sorte, Dosis, Schmerzlevel vorher/nachher)

Was sagen die Studien?

  • BMJ Meta-Analyse (2018): Moderate Evidenz für Cannabis bei chronischen Schmerzen
  • CANNA-Studie (MHH): 70% der Patienten berichteten eine Schmerzreduktion von mindestens 30%
  • Neuropathische Schmerzen: Sprechen überdurchschnittlich gut auf Cannabis an (NNT ca. 6)
  • Opioid-Spareffekt: Mehrere Studien zeigen, dass Cannabis die benötigte Opioid-Dosis reduzieren kann

Cannabis als Ergänzung zur Schmerztherapie

Cannabis ersetzt nicht immer konventionelle Schmerztherapie, aber es kann sie sinnvoll ergänzen:

  • Kombination mit Physiotherapie und Bewegung
  • Reduktion von Opioid-Dosen (weniger Nebenwirkungen)
  • Verbesserung der Schlafqualität (Schmerz und Schlaf haengen zusammen)
  • Reduktion von begleitender Angst und Depression

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TR
Fachautor Cannabis & Cannabinoide

Fachautor für Cannabinoide, Terpenprofile und Genetik medizinischer Sorten. Spezialisiert auf Wirkprofile nach Indikation, Klassifizierung nach GACP/GMP-Standards und die Anwendungsgebiete verschiedener Sortentypen.

Geprüft & freigegeben von Jonas Weber
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